Stellenanzeigen richtig verstehen

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In Stellenanzeigen steckt so einiges drin – vor allem zwischen den Zeilen! Wer sie richtig nutzt, sichert sich viele Vorteile für seine Bewerbung. Hier erfährst du, worauf du beim Lesen achten solltest.

In der Bewerbungsphase für deine Ausbildung bekommst du so einige Stellenanzeigen zu Gesicht. Auf den ersten Blick wirken viele Anzeigen vielleicht ähnlich, doch jede Firma setzt unterschiedliche Schwerpunkte bei dem, was ihr wichtig ist. Deshalb lohnt es sich, jede Anzeige sorgfältig zu lesen und deine Bewerbung genau darauf auszurichten. So erhöhst du deine Chancen enorm, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Der typische Anzeigenaufbau

Die meisten Stellenanzeigen haben einen ähnlichen Aufbau: Sie beginnen mit einer kurzen Unternehmensvorstellung, darauf folgen die Anforderungen an den Bewerber und was das Unternehmen seinen Angestellten bietet. In jedem Abschnitt stecken wertvolle Informationen – also Augen auf! So filterst du die wichtigen Hinweise heraus:

Unternehmensvorstellung: Achtung, versteckte Hinweise!

Mal ehrlich: Manchmal wirkt dieser Teil der Stellenanzeigen ganz schön trocken. Aber bloß nicht einfach darüber hinweglesen, denn hier verstecken sich wichtige Hinweise. Wenn das Unternehmen zum Beispiel seinen internationalen Charakter betont, dann solltest du auf jeden Fall im Anschreiben und im Lebenslauf Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrungen erwähnen, falls du welche hast. Zum Beispiel eine Exkursion mit der Schule oder einen Au-Pair-Aufenthalt. In diesem Teil steht meist auch, wo du dich genau bewirbst. Manchmal handelt es sich auch um eine Unterfirma, die zu einer größeren Firma gehört. Das solltest du dir gut merken, damit du genau weißt, wo du dich bewirbst und um im Vorstellungsgespräch nicht in ein Fettnäpfchen zu treten.

„Wen wir suchen“: Was von dir erwartet wird

Das Unternehmen gibt genau an, was du mitbringen solltest. Doch nicht alles, was hier steht, wird wirklich in vollem Umfang gefordert. Man unterscheidet zwischen den sogenannten „Muss-“ und „Kann-Qualifikationen“. Schlüsselwörter wie „erforderlich“, „unabdingbar“ oder „setzen wir voraus“ signalisieren: Das musst du wirklich können. „Ideal/wünschenswert wäre“ zeigt dagegen an: Diese Anforderungen sind keine Ausschlusskriterien. Auch wenn du sie nicht erfüllst, solltest dich bewerben. Einige dieser „Kann-Qualifikationen“ treffen auf dich zu? Umso besser! Dann solltest du sie auf jeden Fall in deine Bewerbung aufnehmen, um deine Chancen zu erhöhen. Bleibe dabei immer ehrlich und behaupte nichts, das nicht tatsächlich auf dich zutrifft.

„Was wir bieten“: Die Stelle schmackhaft machen

An dieser Stelle erwähnen Arbeitgeber häufig die Pluspunkte, die das Unternehmen seinen Angestellten bietet. Manche Dinge – zum Beispiel eine faire Bezahlung – sollten selbstverständlich sein. In deiner Bewerbung musst du auf solche Punkte also nicht weiter eingehen. Manchmal erwähnen Unternehmen hier aber auch wirklich interessante Informationen, die sie von anderen Arbeitgebern unterscheiden. Das Unternehmen bietet dir einen Auslandsaufenthalt an? Dann erwähne ruhig, dass du offen für andere Länder und Kulturen bist! Es gibt wöchentliche Sporttreffs? Dann erwähne deine Sportleidenschaft ruhig im Anschreiben.

Formalia: Unbedingt einhalten!

Hier und da verstecken sich in der Stellenanzeige auch wichtige formale Informationen, die du unbedingt beachten solltest. Zum Beispiel:

· Die gewünschte Bewerbungsform: Hier steht, ob du deine Bewerbung per Post, per E-Mail oder per Online-Formular einreichen sollst.

· Ein Ansprechpartner: Wenn eine bestimmte Kontaktperson genannt ist, solltest du die Bewerbung auch an sie adressieren und das Anschreiben direkt an sie richten.

· Eine Kennziffer: Häufig geben Unternehmen eine Chiffre an, damit sie die eingehenden Bewerbungen leichter zuordnen können. Diese solltest du deutlich auf deinen Unterlagen platzieren, zum Beispiel in der Betreffzeile deines Anschreibens.

· Die Bewerbungsfrist: ganz wichtig! Alle Bewerbungen, die später eintreffen, werden nicht berücksichtigt.

Im Zweifel anrufen

Wenn du dir bei manchen Angaben unsicher bist und konkrete Fragen zur Bewerbung hast, dann kontaktiere die Personalabteilung des Unternehmens. Hier erreichst du Ansprechpartner, die Bewerbern bei genau solchen Fragen weiterhelfen. Dein Bewerbungsanschreiben kannst du dann mit den Worten „Vielen Dank für das freundliche Telefonat am …“ beginnen. Und im Idealfall erkennt der Leser sogar deinen Namen wieder!