Der erste Eindruck zählt!

Weiße Tennissocken zur schwarzen Stoffhose oder ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter– klare No-Gos im Vorstellungsgespräch! Was aber bringt Pluspunkte beim potenziellen Arbeitgeber? Fritz Jürgen Dähne arbeitet seit 18 Jahren als Bewerbungstrainer und sagt im spleens-Interview, wie man einen guten Eindruck hinterlässt.

spleens: Was sollte ich zu einem Vorstellungsgespräch anziehen?

Dähne: Angemessene, korrekte und saubere Kleidung ist extrem wichtig. Wer sich bei einer Bank beworben hat, sollte Anzug mit Krawatte aus dem Schrank holen, im kaufmännischen Bereich fährt man auch mit Sakko oder einem guten Pullover gut. Für Mädchen und Frauen gilt: Eher neutral als zu gewagt anziehen, nicht zu freizügig, keine Spaghettiträger, wenig Schmuck, Schminke und Parfüm. Grundsätzlich nicht over-, aber auch nicht underdressed zum Bewerbungsgespräch erscheinen!

spleens: Sind Tattoos und Piercings tabu?

Dähne: Normalerweise ja. Es sei denn, die Bewerbung ist bei einem Piercing- oder Tattoo-Studio.

spleens: Kann ich einen Freund oder eine Freundin zur Unterstützung mitbringen?

Dähne: Nein, das wirkt unselbstständig und hilflos. Während der Arbeit hat man dann ja auch keinen Freund oder Freundin dabei.

spleens: Wie bereite ich mich am besten auf ein Vorstellungsgespräch vor?

Dähne: Ich sollte mich zunächst mal genau informieren, wo die Firma ist, und die Strecke nach Möglichkeit vorher schon einmal abfahren. Am Tag des Bewerbungsgesprächs sollte man unbedingt früh genug losfahren, lieber eine Stunde zu früh als eine Minute zu spät dort sein.  Ausreden gelten nicht! Wer zu früh vor Ort ist, kann sich ja zum Beispiel noch in ein Café setzen. Zehn Minuten vor dem Termin sollten Bewerber am Empfang stehen. Und ich sollte mich auf mögliche Fragen vorbereiten.

spleens: Mit welchen Fragen muss ich denn rechnen?

Dähne: Mit Fragen zum bisherigen Lebenslauf und mit Fragen zur Motivation für die Bewerbung. Also zum Beispiel: „Warum haben Sie sich ausgerechnet hier bei uns beworben?“ Außerdem wollen die meisten Arbeitgeber vom Bewerber etwas über dessen persönliche Stärken und Schwächen, seine Bereitschaft zur Weiterbildung und seine persönliche Zielsetzung im Beruf wissen.

spleens: Welche Fragen muss ich nicht beantworten?

Dähne: Nicht beantworten muss ich Fragen zu Krankheiten, sofern kein direkter Bezug zur Tätigkeit da ist. Fragen zu Schwangerschaft und Familienplanung sind ebenfalls nicht zulässig. Es sei denn, man hat sich auf eine Tätigkeit beworben, die man bei einer Schwangerschaft nicht ausüben könnte, weil sie zu schwer wäre. Falls nicht, darf man hier aber sogar zu einer Notlüge greifen. Theoretisch muss ich auch nicht auf Fragen zu Privatbeziehungen, Eltern, Freunden, Bekannten und Hobbys eingehen. Aber natürlich ist es meist von Vorteil, wenn Bewerber ein bisschen über sich erzählen.

spleens: Was ist strategisch klüger – zurückhaltend oder forsch aufzutreten?

Dähne: Das kann man nicht allgemein beantworten. Es kann auch im Gespräch von Frage zu Frage unterschiedlich sein. Wichtig ist, erst einmal gut zuzuhören, also zurückhaltend zu sein. Wenn man sich beispielsweise im Vertriebsbereich bewirbt, muss man allerdings forsch auftreten, im positiven Sinn. Forsch darf dann aber nicht heißen, anderen ins Wort zu fallen.

spleens: Was sind die größten Fehler, die ich in einem Vorstellungsgespräch machen kann?

Dähne: Dreimal „un-“! Erstens: unpünktlich sein. Zweitens: unvorbereitet sein, also zum Beispiel wichtige Infos über die Firma nicht kennen oder falsch gekleidet sein. Drittens: unaufmerksam sein, zum Beispiel während des Gesprächs aus dem Fenster schauen.

spleens: Welche Infos über die Firma, bei der ich mich bewerbe, sollte ich denn kennen?

Dähne: Ich sollte wissen, wie groß das Unternehmen ist, wie viele Mitarbeiter es beschäftigt, welche Produkte oder Dienstleistungen es anbietet. Gut ist es auch, etwas über die Firmenphilosophie zu wissen.

spleens: Wie lange dauert eigentlich ein Vorstellungsgespräch?

Dähne: Das ist unterschiedlich. Es ist aber in der Regel nicht kürzer als 20 Minuten und nicht länger als eine Stunde.

spleens: Wie kann ich Extra-Punkte sammeln?

Dähne: Indem ich interessierte Fragen stelle. Was natürlich auch gut ankommt: Kompromissbereitschaft, etwa was das Gehalt angeht. Außerdem könnte man eine kurze Probearbeit anbieten.

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