Umzug für die Ausbildung: Ja, nein, vielleicht?

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Für den Ausbildungsplatz weit weg ziehen? Weg von Freunden und Familie? Das ist nicht jedermanns Ding. Dabei ist es sinnvoll, auch mal über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Eine Ausbildung in einer fremden Stadt, die auch noch weit weg von der Heimat ist? Das sorgt für unterschiedliche Reaktionen. Der eine kann es kaum erwarten, das heimatliche Städtchen hinter sich zu lassen. Für den anderen ist ein Umzug weg aus der vertrauten Umgebung schlicht unvorstellbar.

Umzug: ja oder nein?

Dabei ist ein Ortswechsel häufig eine gute Wahl. Zum Beispiel, wenn es in der Nähe kein großes Angebot an Ausbildungsplätzen im Wunschberuf gibt. Bewirbst du dich in einer Stadt, in der die Konkurrenz nicht so groß ist, ist die Chance gleich viel größer, einen Ausbildungsvertrag zu bekommen. Es ist langfristig eine bessere Entscheidung, als einen Beruf zu ergreifen, für den man sich nicht so sehr interessiert. Außerdem kommt so viel Engagement auch bei den Chefs gut an, zeigt es doch tatsächlich deine Flexibilität.

Lass es langsam angehen!

Wer sich für einen Wegzug aus der Heimat entscheidet, muss nicht gleich mit Sack und Pack umziehen. Gerade am Anfang ist es gut, zu sehen, ob man im Betrieb zurechtkommt und die Ausbildung zu einem passt.

Pendeln als Alternative

Ist die Entfernung nicht zu groß, kannst du die ersten Wochen oder Monate der Ausbildung pendeln. Das ist zwar etwas anstrengend, nimmt dir in der ersten Zeit deiner beruflichen Orientierung aber erst einmal den Druck. Schließlich kann man nicht immer davon ausgehen, auch die Probezeit zu packen. In dem Fall gehst du kein Risiko ein. Einen Umzug kannst du auch später noch in Angriff nehmen.

Möbliertes Zimmer

Ist der Weg zum Pendeln zu weit, gibt es als Zwischenschritt die Möglichkeit, in ein möbliertes Zimmer oder eine Pension zu ziehen. Vor allem in Großstädten gibt es viele Angebote. Der Vorteil: Sie sind günstiger als ein Hotel und man muss nicht gleich einen Mietvertrag mit dreimonatiger Kündigungsfrist unterschreiben.

Berufsausbildungshilfe

Wer schließlich doch umzieht, kann auf Unterstützung von der Berufsausbildungshilfe (BAB) der Agentur für Arbeit hoffen. Sie springt ein, wenn ein Auszubildender eine Wohnung mieten muss, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt ist. Das gilt schon für eine Strecke, für die man in eine Richtung länger als eine Stunde braucht. Du kannst selbst ausrechnen, wie viel finanzielle Unterstützung dir zusteht:

www.babrechner.arbeitsagentur.de

Umzug als wichtige Erfahrung

Der Umzug in eine neue Stadt fühlt sich oft an wie der Sprung ins kalte Wasser. Du musst mit fremden Menschen und neuen Kollegen zurechtkommen, deinen Alltag komplett selbst organisieren und dich erst einmal zurechtfinden. Doch lange bleibst du bestimmt nicht allein und wirst von nun an wissen, dass du jeder Situation gewachsen bist.