Chancen oder Gefahren? Die zwei Seiten der sozialen Medien

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Soziale Medien sind nicht nur beliebt, sie sind mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Welt. Morgens schnell checken, was bei wem und auf der Welt so los ist. Mittags auf dem Laufenden bleiben, abends schauen, was über den Tag passiert ist. Viele verbringen ihre Zeit dort täglich oder mehrmals pro Woche. Ist das gut? Oder schlecht? Experten sehen in sozialen Medien beides – sowohl Chancen als auch Gefahren.

 

Chance: soziale Unterstützung

Man kann auf Facebook, Instagram oder Snapchat Freunde finden und sich einer Gruppe zugehörig fühlen. Das kann Stabilität und Halt geben. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben herausgefunden, dass Facebook-Nutzer höhere Werte des Glücksempfindens und der Lebenszufriedenheit haben und sich sozial unterstützter fühlen als Nicht-Nutzer.

 

Gefahr: digitaler vs. echter Freund

Unterstützung ist gut und Freunde sind wichtig. Virtuelle Freunde und Freunde aus dem realen Leben sind jedoch ein Unterschied. Es besteht die Gefahr, das zu verwechseln und bei einer großen digitalen Freundesliste das Gefühl zu bekommen, man habe viele Freunde oder gar einen richtigen Freundeskreis. Mach dir klar, wer um dich herum ein richtiger Freund ist. Klar kann auch ein Facebookfreund ein echter Freund sein. Aber ein Mitglied deiner Liste zu sein und manchmal einen positiven Kommentar zu hinterlassen, reicht für eine Freundschaft nicht aus. Ein wahrer Freund ist jemand, der immer für dich da ist. Ein Mensch, der der dir zuhört, wenn du Kummer und Sorgen hast. Er ist da, wenn du in der Klemme steckst und freut sich, wenn du Glück hast.

 

Chance: schnell neue Freunde finden

Man kann im Netz auch viel schneller Freunde finden, weil die Hemmschwelle, mit jemandem in Kontakt zu treten, geringer als im richtigen Leben ist.

 

Gefahr: Sind das eigentlich wirklich Freunde?

Im Netz ist man offener für Kontakte, aber dadurch auch unvorsichtiger. Man passt weniger auf, mit wem man es zu tun hat, weil es ja „eh nur Facebook“ ist. Doch genau das Gegenteil ist richtig: Gerade online machst du dich schnell zum „gläsernen Menschen“. Du hinterlässt digitale Spuren und machst dich durch die große Öffentlichkeit angreifbar. Dies kann Leute auf den Plan rufen, die es vielleicht nicht ganz so gut mit dir meinen. Du kannst von anderen Usern bloßgestellt, beleidigt oder belästigt werden, was zu einem echten Cybermobbing führen kann. Oder auch sexuelle Belästigung ist in sozialen Netzwerken ein echtes Thema.

 

Chance: gut fürs Selbstbewusstsein

Man kann testen, wie man bei anderen ankommt, dadurch Selbstbewusstsein aufbauen und seine Identität weiterentwickeln.

 

Gefahr: Selbstentfremdung

Sozialen Medien verleiten einen dazu, ständig sein digitales Ich zu erschaffen und immer weiter auszubauen. Dieses Ich kann das reale Ich widerspiegeln oder auch deinem Idealselbst entsprechen – der Art und Weise, wie du dich gerne selbst sehen würdest. Wenn du dich zu stark über soziale Medien definierst, kann das dazu führen, dass du keine eigene, sondern eine fremdgesteuerte Identität aufbaust und dich von dir selbst entfremdest.

 

Chance: private Einblicke

In sozialen Netzwerken kann man vor allem eines gut: netzwerken! Man kann seine Freundschaften pflegen und sich auch über weite Distanzen schnell und unkompliziert austauschen. Über die Posts, Likes und Kommentare bleibst du über das Leben deiner Freunde oder Bekannten auf dem Laufenden und bekommst oft richtig private Einblicke.

Gefahr: zu offenherzig sein

Ist man aber nicht. In sozialen Netzwerken verschwimmt die Grenze zwischen öffentlich und privat so sehr, dass man das Gefühl dafür verliert. Mach dir deshalb immer wieder klar, dass du dich in einem extrem öffentlichen Raum bewegst und deine Posts, Likes und Kommentare für viele sichtbar sind.