Übernahme nach der Ausbildung

Was passiert eigentlich nach der Ausbildung? Eine Übernahme ist nicht selbstverständlich. Wer nach der Ausbildung eine Festanstellung in seinem Betrieb anstrebt, sollte frühzeitig etwas dafür tun.

In Deutschland werden rund 45 Prozent aller Auszubildenden übernommen. Dabei ist für zahlreiche Unternehmen der hausgemachte Mitarbeiter Gold wert. "Schließlich kennen sich ehemalige Azubis bestens im Betrieb aus, sind mit den Arbeitsabläufen vertraut und genießen das Vertrauen des Chefs", weiß Dietmar Kleinberg, Geschäftsführer einer großen Bäckerei und Konditorei. "Ein neuer Mitarbeiter muss erst angelernt werden. Das ist bei einem Ex-Azubi nicht nötig - da weiß man einfach, wen man vor sich hat." Grund genug für Azubis, sich bereits frühzeitig durch Können und Ehrgeiz zu beweisen. Es lohnt nicht, wenn man sich erst auf der Zielgeraden - kurz vor dem Ende der Ausbildung - bemüht.

Wichtig für die Übernahme

Wer bleiben möchte, sollte kontinuierlich durch gute Leistungen glänzen sowie Spaß und Interesse am Job zeigen. Dazu gehört eine Menge Einsatz und Engagement. Kurzum: Man muss beispielsweise nicht immer warten, bis man eine Aufgabe von seinen Vorgesetzten zugeteilt bekommt. Wenn dir unerledigte Arbeit auffällt, die deinen Fähigkeiten entspricht, reicht oft ein kurzer Hinweis an deinen Vorgesetzten und schon hast du etwas Sinnvolles zu tun und sammelst gleichzeitig noch Pluspunkte. Du kannst auch eigene Verbesserungsvorschläge machen, zum Beispiel zu Arbeitsabläufen. Das zeigt, dass du dich intensiv mit deinem Job befasst und schindet eine Menge Eindruck. Einer Überstunde sollte man ebenfalls besser nicht mit Stirnrunzeln entgegen sehen. Schließlich möchte der Chef sicher sein, dass er sich auf seinen Mitarbeiter verlassen kann, wenn einmal viel zu tun ist.

Auch Wissen will gelernt sein

Natürlich muss man auch das entsprechende Wissen sowie gute Fachkenntnisse in seinem Job haben. Das gilt sowohl für die praktische Arbeit im Betrieb, als auch für das theoretische Wissen in der Berufsschule. Mit Hilfe von Fachliteratur kann man sich zusätzlich noch eine Menge Wissen aneignen. Zahlreiche Fachbücher findet man z.B. unter

  • www.buecher.de
  • www.deutschesfachbuch.de
  • www.ciao.de

Kampf dem Fehlerteufel

Vor kleinen Fehlern oder einer verpatzten Klausur in der Schule muss sich allerdings niemand fürchten. Jeder Mensch macht einmal etwas falsch - das wissen auch Chefs. Meist sind die 'Ausrutscher' schnell wieder vergessen und gefährden eine eventuelle Übernahme nicht.

Übernahmen sind nicht selbstverständlich

In Deutschland ist kein Betrieb dazu verpflichtet, Azubis zu übernehmen. Alles geschieht auf freiwilliger Basis. Besteht keine vertragliche Absicherung, muss man bei seinem Chef anklopfen und über eine mögliche Übernahme verhandeln. Im Schnitt reicht es, wenn man dieses Gespräch ein halbes Jahr vor Ausbildungsende führt. Mitunter kommt es jedoch vor, dass eine Firma ihre Auszubildenden aus wirtschaftlichen Gründen nicht übernehmen kann.

Im Klartext heißt das: Es ist einfach kein Geld für das Gehalt da, das ein Ausgebildeter als Angestellter bekommen würde. Doch die Mühe, die man sich während der Lehre gemacht hat, ist nicht umsonst. Schließlich kann man mit guten Abschluss- zeugnissen von Berufsschule und Betrieb rechnen. "Aus meiner Erfahrung heraus kann ich aber sagen, dass man es sich auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten zweimal überlegt, einen guten Azubi gehen zu lassen", meint Geschäftsführer Dietmar Kleinberg. "Denn gute Kräfte sind schwer zu finden."

Alternativen

Viele Betriebe bieten ihren Azubis erstmal einen einjährig befristeten Arbeitsvertrag an. So können anfallende Gehaltskosten viel besser geplant und überblickt werden. Für den dann ehemaligen Azubi heißt das: ein ganzes Jahr Berufserfahrung. Und das macht sich in jeder neuen Bewerbung hervorragend. Doch manchmal ist das gar nicht nötig. Denn mit etwas Glück werden befristete Arbeitsverträge auch verlängert - unbefristet.

Neue Jobsuche

Wer nach der Ausbildung eine neue Stelle suchen muss, kommt um einem Besuch bei der Bundesagentur für Arbeit nicht herum. Hier werden neue Jobs vermittelt oder man erhält gegebenenfalls Arbeitslosengeld. Natürlich kommt man in Sachen Jobsuche auch mit jeder Menge Eigeninitiative einen großen Schritt weiter. Zahlreiche Online-Stellenbörsen verfügen über einen gut sortierten Pool an freien Stellen.

PS: So ziemlich jeder Berufszweig verfügt über spezielle Fachmagazine. Auch hier findet man Stellenangebote.

CHECKLISTE: Übernahme leicht gemacht...

  • Von Beginn an zeigen, was man drauf hat.
  • Fachwissen aneignen.
  • Aufgaben selbstständig und freiwillig erledigen.
  • Sich in die Arbeitsprozesse mit einbringen.
  • Eigene Ideen haben.
  • Gute Schulnoten haben.
  • Pünktlich und höflich sein.