Neue Perspektiven – Flüchtlinge als Azubis

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Ein Flüchtling in meinem Betrieb? Was für den ein oder anderen im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich klingt, ist aber eine richtig gute Idee. Das findet auch der Koch-Lehrling Markus.

Zugegeben – als Markus erfahren hat, dass sein Betrieb einen Flüchtling aus Afghanistan einstellen würde hatte er schon einige Bedenken. „Ich war mir nicht sicher, wie ich mit ihm umgehen sollte. Was hatte er erlebt? Konnte er deutsch? Und würde er überhaupt eine Hilfe sein oder müsste ich ihm ständig alles erklären?“ Markus war ratlos.

Gibt es eine Lösung?

Und damit steht er nicht allein. Denn die Sorge ist da, wie und ob wir die Menschen in unsere Gesellschaft eingliedern können. Wie können sie ihre kulturellen Eigenheiten behalten und trotzdem ein Teil von Deutschland sein? Ein wichtiger Schritt lautet: durch Arbeit.  

Ein Glücksgriff

„Der Flüchtling“, das ist Fereshta aus Afghanistan. Über ihren Asylantrag wurde positiv entschieden – sie darf in Deutschland bleiben. Der Job in der Küche eines kleines Restaurants war ein Glücksgriff. Für beide Seiten. „Wir haben lange nach einem Azubi gesucht“, erzählt der Filialleiter. „Doch jemanden zu finden, war gar nicht so einfach. Die Arbeitszeiten schrecken viele ab und es gibt jede Menge zu tun. Doch Fereshta meistert das mit Bravour.“  Und auch die 22-jährige ist froh über die Arbeit.

Perspektiven schaffen

Noch immer sind viele geflüchtete Menschen gezwungen, nichts zu tun und auf eine Entscheidung über ihren Aufenthalt zu warten. Kein Deutschunterricht, keine eigene Wohnung und keine Arbeit – auf engstem Raum mit vielen fremden Menschen lebend. Zusammengefasst: es gibt kaum Perspektiven für sie. Mittlerweile wurden die Regelungen in Deutschland gelockert – mehr Menschen sollen die Chance erhalten, schneller einen Deutschkurs besuchen und einen Job ausüben zu können.

Endlich angekommen

Über seine Ängste kann Markus heute übrigens nur noch lachen. „Fereshta packt mit an und hat mittlerweile auch alle wichtigen Gemüsesorten und Gewürze drauf.“ Und wenn sie doch mal etwas nicht weiß, dann hilft Markus gern. „Das macht man schließlich so unter Kollegen.“