Kein Job wie jeder andere: Polizist

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In diesem Beruf wird es selten langweilig. Kein Wunder, dass sich so viele für ihn interessieren. Und auch die Karrierechancen sind gut. Doch wie wird man eigentlich Polizist?

Eigentlich heißen Polizisten offiziell Polizeivollzugsbeamte. Klingt irgendwie bürokratisch, aber mit dieser Einschätzung liegt man weit daneben. Denn der Job hat es in sich. Polizisten müssen einiges an Talenten und Fähigkeiten mitbringen – und vor allem mit Herz und Leidenschaft dabei sein.

Ausbildung, Studium, Karriere

Einsteigen kann man in den Polizeidienst mit unterschiedlichen Abschlüssen, je nachdem, ob man sich für den mittleren, gehobenen oder höheren Polizeivollzugsdienst interessiert. Für die Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten im mittleren Dienst wird die Mittlere Reife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung verlangt. Für den gehobenen Dienst braucht man Abitur oder Fachhochschulreife. Ein Hochschulabschluss gehört dazu, wenn man sich für den höheren Dienst interessiert. Die genauen Voraussetzungen können sich aber von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Jede Menge zu lernen

Die Polizeiausbildung setzt sich aus theoretischen und praktischen Inhalten zusammen. Gelehrt wird an Polizeiakademien und -schulen, an Fachhochschulen der Polizei und auf den Revieren. Ausbildungsthemen sind unter anderem Polizei-, Straf- und Verfassungsrecht. Auf dem Stundenplan stehen außerdem politische Bildung, Sozialwissenschaften, Psychologie, Verwaltung, Kriminalistik, Einsatztraining, Waffenkunde und Sport. Die Anwärter müssen Zwischen- und Abschlussprüfungen bestehen.

Fit bis in die Zehenspitzen

Wer sich ernsthaft für diese Ausbildung oder das Studium interessiert, muss einiges mitbringen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind:

  • Ein Führerschein der Klasse B
  • Ein Mindestalter von 16,5 Jahren
  • Eine Mindestgröße von 1,65 Meter
  • Ein einwandfreies Führungszeugnis
  • Eine gute Grundfitness

Das mehrtägige Auswahlverfahren hat es in sich: Denn neben einer knallharten Sportprüfung stehen unter anderem Deutsch- und Englischtests sowie eine ärztliche Untersuchung auf dem Programm. Wie sieht es mit dem Allgemeinwissen, dem logischen und analytischen Denken sowie der Konzentrationsfähigkeit aus? Zusätzlich finden Einzelgespräche statt und es gilt, Gruppenaufgaben zu lösen. Denn die Anwärter sollten gerne im Team arbeiten, Einzelkämpfer sind im Polizeidienst nicht gefragt.

Hilfe bei Fragen

Auswahltest, Ausbildung und Karrierewege unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Wer zur Polizei gehen will, sollte sich deshalb am besten beim Einstellungsberater der Polizei seiner Stadt melden. Er kennt sich mit den Voraussetzungen aus und kann viel über den Beruf selbst berichten. Generell bewirbt man sich in den meisten Ländern mindestens anderthalb Jahre vor dem gewünschten Einstellungstermin.

Nach der Ausbildung

Am Ende der Ausbildung oder des Studiums arbeiten die jungen Polizisten erst einmal zwei oder mehr Jahre bei der Bereitschaftspolizei. Sie üben hier polizeiliche Aufgaben in Großverbänden und zum Beispiel den Umgang mit Massenveranstaltungen. Erst danach verteilen sich die Polizisten auf einzelne Reviere und erhalten die Möglichkeit, sich zu spezialisieren.

Schon während ihrer Ausbildung oder des Studiums werden Nachwuchspolizisten zu Beamten auf Widerruf ernannt. Bestehen sie die erste Ausbildungsstufe erfolgreich, ändert sich dies in eine Probezeit, die mindestens zwei Jahre dauert. Danach werden die Polizisten zu Beamten auf Lebenszeit.

Die Aufgaben der Polizisten

Die Aufgabenstellungen bei der Polizei richten sich nach den jeweiligen Einsatzorten und Dienstgraden. Mit einer Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten im mittleren Dienst übernimmt man Aufgaben im Wach-, Kontroll- oder Streifendienst.

Polizeivollzugsbeamte im gehobenen Dienst leiten zum Beispiel regionale Dienststellen, erstellen Dienst- und Einsatzpläne oder sind, je nach Qualifikation, in der Ausbildung tätig. Polizeibeamte im mittleren und gehobenen Dienst übernehmen viele Aufgaben: vom Verkehrsdienst über das Schlichten von Streitigkeiten oder dem Protokollieren eines Einbruchs bis hin zur Festnahme eines Diebes.

Verbrechen auf der Spur

Die Kriminaldienstbeamten dagegen bekämpfen Verbrechen, sie verhüten Delikte und klären auf. Sie ermitteln zum Beispiel bei Straftaten, nach Unfällen und im Fall von vermissten Personen, aber auch bei Wirtschaftskriminalität, dem organisierten Verbrechen oder Terrorismus. Diese Beamten arbeiten überwiegend in den größeren Inspektionsstellen und Polizeidirektionen.

Wohin der Karriereweg einen jungen Polizisten auch führen wird, sein Beruf ist und bleibt hochspannend und sehr herausfordernd.