Traumjob gefunden: Kindermädchen für Löwe, Affe und Co.

Die Geburt einer Giraffe, die Aufzucht von Jungtieren oder die Fütterung von Waschbären – all das und noch mehr gehört zu Florians Arbeitsalltag.

Florian ist Auszubildender in der Gelsenkirchener ZOOM Erlebniswelt und kann einiges über seinen Traumberuf Zootierpfleger erzählen. Dass er etwas mit Tieren machen möchte, war für Florian schon immer klar. Bei seiner Familie in Unna sind Pferde, Hunde, Katzen, Meerschweinchen und andere Tiere heimisch. Den Umgang mit Vierbeinern ist der 24-Jährige also gewohnt. Aufmerksam auf die dreijährige Ausbildung zum Zootierpfleger wurde Florian aber erst durch diverse TV-Dokumentation über den Zoo-Alltag.

Glück durch Erfahrung

Fünf Bewerbungen hat er verschickt –eine relativ geringe Anzahl. „Da habe ich Glück gehabt“, strahlt Florian. Zugute kam ihm bei der Stellensuche nicht nur die Erfahrung mit den eigenen Tieren, sondern auch ein Jahrespraktikum im Tierpark Hamm. „Nach einem halben Jahr habe ich mir dort ein Zeugnis ausstellen lassen, mit dem ich mich dann beworben habe.“

Kein Streichelzoo

Auch Diplom-Biologin Sabine Haas, die im ZOOM für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, pflichtet dem Azubi bei: „Das ist ein entscheidender Vorteil, wenn jemand schon Kenntnisse mitbringt und weiß, was auf ihn zukommt.“ Denn oft kommt es vor, dass Praktikanten schnell merken, wie sehr sich ihre Vorstellungen vom Arbeitsalltag eines Zootierpflegers von der Realität unterscheiden. Florian: „Die fragen dann, wann sie denn mal ein Zebra streicheln dürfen, dabei kommt so etwas fast nie vor.“ Dabei gehen die Bewerberzahlen in Gelsenkirchen mittlerweile in den vierstelligen Bereich – bei zwei zu vergebenen Azubistellen pro Jahr.

Florian war bestens gerüstet

TV-Sendungen über den Alltag im Zoo zeigen manchmal ein verzerrtes Bild des Tierpflegers. Florian selbst punktete beim Bewerbungsgespräch vor allem mit folgender Selbsteinschätzung: „Ich habe gesagt, dass ich mich als Putzfrau und Kindermädchen der Tiere sehe.“ Das kam bei den Vorgesetzten gut an, denn somit war klar, dass Florian gut absehen konnte, was an Aufgaben wirklich auf ihn zukommen würden. „Zu 80 Prozent räume ich die Hinterlassenschaften der Tiere weg und säubere die Käfige oder Gehege.“ Die anderen 20 Prozent aber sind es, die Florian für die Anstrengungen entschädigen.

Denn neben Aufräumarbeiten kommt es bei Tierpflegern vor allem darauf an, dass sie die Tiere genau kennen und ihr Verhalten deuten können. So erkennen die Pfleger, ob ihre Schützlinge gesund oder krank sind: Ein durchwühlter Schlafplatz kann ebenso auffällig sein wie ein sehr schläfriges Tier. Je nach Art und Rasse zeigen unterschiedliche Faktoren an, ob sich das Tier wohlfühlt oder ein Problem vorliegt.

Tierverhalten auf dem Stundenplan

Worauf er bei Raubtieren, Schlangen oder Vögeln achten muss, lernt Florian während der täglichen Arbeit im Zoo und in der Berufsschule. Neben klassischen Fächern wie Deutsch und Mathe, wird er dort auch in Haltung, Pflege und Tierzucht unterrichtet. „Das ist spannend und ich kann mit guten Noten glänzen, weil mich das Thema einfach interessiert“, weiß Florian.

Zu den schönsten Momenten eines Tierpflegers zählen für Florian ohnehin die Augenblicke, in denen die Tiere zutraulich werden. „Am Anfang sind sie verschreckt oder skeptisch, aber nach einer Zeit merken Sie, dass keine Gefahr droht.“ Dennoch ist Respekt vor allen Tieren und auch Vorsicht oberstes Gebot im Zoo, vor allem natürlich im Umgang mit Raubtieren. „Es bleiben wilde Tiere, da darf man nie nachlässig handeln, sonst wird es gefährlich.“

Kämpfen lohnt sich

„Ich habe meinen Traumjob gefunden“, erklärt Florian überzeugt. Und selbst wenn er es nicht so schnell geschafft hätte, eine Azubistelle zu bekommen, für seinen großen Wunsch hätte er gekämpft. „Meine Eltern haben mich da toll unterstützt. Und das ich jetzt das tun kann, was mir viel Freude bereitet, ist der größte Lohn.“

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