Traumjob gefunden: Fluggerätmechaniker

Kristin hat Kerosin im Blut. Die technikbegeisterte Sächsin baut hauptberuflich Flugzeuge auseinander und wieder zusammen. Das bedeutet viel Verantwortung, aber gar nicht so viel Stress.

Allein unter Männern

In den Großraumjets überprüft Kristin regelmäßig Fahrwerk, Klimaanlage und Kraftstofftank, baut Sitze ein und bringt defekte Schläuche und Leitungen wieder in Ordnung. Sie sorgt dafür, dass die Passagiere sicher mit bis zu 890km/h über die Wolken schweben. "Man hat sehr viel Verantwortung", ist sie sich bewusst. Aber auch "jeden Tag eine neue Aufgabe."

Eigentlich wollte Kristin, die aus Pirna bei Dresden stammt, lieber an Autos herumbasteln und Kfz-Mechatronikerin werden. Aber als Frau war sie unerwünscht, kein Betrieb stellte sie ein. Also stieg die Sächsin ins Flugzeug um. Auch bei Air Berlin ist sie noch eine Exotin, der einzige weibliche Azubi unter lauter Jungs. Obwohl sich ihr Arbeitgeber nach Kräften müht, mehr Mädchen für die Ausbildung zu gewinnen. Diese müssen aber unbedingt Interesse, technisches Verständnis und mindestens einen erweiterten Hauptschulabschluss mitbringen.

Very important: Englisch

Worauf es in dem Job noch ankommt, wird klar, wenn Kristin von Line und Base, Special Tools und Checks erzählt. "Englisch können", betont sie, das sei ein Muss. Denn für jeden Flugzeugtyp gibt es ein Manual, also ein Handbuch, das die Arbeitsschritte auf Englisch genau erklärt. Wer die Sprache also nicht beherrscht, kommt in dem Beruf nicht klar.

Kristin gehört zu mittlerweile über 15.000 Menschen in Deutschland, die hauptberuflich Triebwerke, Flugzeuge und Hubschrauber in Schuss halten. Von 1999 bis 2010 ist die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich um 33 Prozent gestiegen. Mit Lärm, Staub und strengen Vorgaben müssen sich die meisten dabei abfinden. "Mein ganzes Berufsleben besteht aus Vorschriften", sagt Kristin und lächelt. Aber die Sicherheit stehe nun mal im Vordergrund. Und weil das so ist, arbeitet sie auch vergleichsweise stressfrei. "Denn unter Stress passieren Fehler." Eine gute Sache nicht nur für Kristin, die ihren Traumjobgefunden hat. Auch für die Passagiere.

Der A330 hat es Kristin ganz besonders angetan. "Das ist mein Lieblingsflieger", sagt sie. "Da ist alles sehr aufgeräumt. Das ist halt europäischeTechnik." Und genau die ölt, wartet und pflegt sie.

Kristin absolviert eine Ausbildung zur Fluggerätmechanikerin bei Air Berlin Technik. Ihr Arbeitsplatz befindet sich in Hangar 7 des Düsseldorfer Flughafens. Hier rollt die gesamte Airbus-Flotte von Air Berlin ein und aus. Die Kollegen in München sind derweil für die Boeing-Maschinen der zweitgrößten deutschen Airline zuständig.